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Sammlung Wolfenbüttel

Die Herzog August Bibliothek hat im Rahmen ihrer Funktion als Bearbeitungszentrum für mittelalterliche Handschriften in Norddeutschland über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren hinweg in Eigenleistung systematisch Einbände von Handschriften und Inkunabeln im norddeutschen Raum erfasst und durchgerieben. Durchgerieben wurden sowohl ganze Einbände als auch Einzelstempel. Es entstand ein umfangreicher Zettelkatalog, der nach Erscheinen des Werkes von Ilse Schunke mit diesem verzahnt und terminologisch auf dieses ausgerichtet wurde. Heute besitzt die Herzog August Bibliothek einen Fundus von rund 4800 Einzelstempeldurchreibungen. Hinzu kommen 2250 Gesamtdurchreibungen von Einbänden, die einen Gesamteindruck der Gestaltung des Einbandes vermitteln.

Die Sammlung der Herzog August Bibliothek ergänzt die großen Stempelsammlungen in Berlin und Stuttgart. Zwischen dem Material der Herzog August Bibliothek und dem Schwenke-Schunkes gibt es nur eine geringe Schnittmenge. Eine Untersuchung im Jahre 1996 zeigte, dass für 7409 Einzelstempel bei Schwenke-Schunke in der Wolfenbütteler Kartei nur 995 Entsprechungen vorhanden waren, während sich 2548 Stempel nicht bei Schunke fanden. Der Schwerpunkt der Sammlung Kyriss in Stuttgart liegt demgegenüber im süddeutschen Raum - Kyriss hat insbesondere bayerische und würrtembergische Bibliotheken ausgewertet -, so dass bei einer Bearbeitung des Nachlasses von Kyriss, wie sie derzeit an der Württembergischen Landesbibliothek geschieht, keine bedeutenden Schnittmengen zu erwarten sind.

Erfasst wurden die gotischen Blindstempel aller spätmittelalterlichen Einbände aus niedersächsischen Bibliotheken mit Beständen an mittelalterlichen Handschriften, z. B. Bibliotheken aus Lüneburg, Hannover, Braunschweig, Hildesheim, Oldenburg, Emden. Die Bestände der Herzog August Bibliothek sind noch nicht ganz bearbeitet. Hier wurden auch Einbände von Frühdrucken und Inkunabeln berücksichtigt. Ihre Erfassung und Analyse ermöglicht Auskünfte über die Provenienz der Handschriften und Drucke, außerdem kann sie die regionale Forschung anregen, nach konkreten Buchbinderwerkstätten zu suchen. In Hildesheim waren v.a. die Reformklöster der Windesheimer und der Bursfelder Kongregation von besonderem Interesse. Bei ihnen waren die Skriptoriumsarbeit und die Buchbinderei hoch geschätzt, da diese den Reformanhängern am besten die Forderung nach Handarbeit zu erfüllen schien. Demgemäß wurde nicht nur für die eigene Bibliothek geschrieben und eingebunden, sondern man erfüllte auch auswärtige Aufträge. Und eine ganze Reihe derartiger Aufträge kam vom Hildesheimer Dombibliothekar, der sich bei seinem Bemühen um haltbare Einbände der Buchbinderei des Augustinerchorherrenstifts St. Bartholomäus auf der Sülte und des Lüchtenhofes bediente. Einbandforschung kann also auch dazu dienen, spezielle Formen klösterlicher Frömmigkeit zu erforschen.

Beispiele


Letzte Änderung: 22.08.2003

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