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Württembergische Landesbibliothek Stuttgart
Sammlung Kyriss

Ihren Anfang nahm seine Durchreibungssammlung 1929 in Stuttgart. Die letzten Durchreibungen datieren aus dem Jahr 1973. In über 50 Städten besuchte Ernst Kyriss mehr als 90 Bibliotheken und Archive vorwiegend in Süddeutschland. Es ging ihm vor allem um Identifizierung von Buchbinderwerkstätten und die möglichst vollständige Erfassung des von ihnen benutzten Stempelmaterials. Die Sammlung umfasst 357 Mappen, insgesamt dürften darin 20-25.000 Blätter mit jeweils mehreren Durchreibungen von Stempeln aufbewahrt werden. Das Standardwerk Verzierte gotische Einbände im alten deutschen Sprachgebiet (Stuttgart 1951-58) enthält lediglich einen kleinen Teil des von Kyriss erfassten Materials.

Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Sammlung Wolfenbüttel

Die HAB hat im Rahmen ihrer Funktion als Bearbeitungszentrum für mittelalterliche Handschriften in Norddeutschland unter Leitung von Helmar Härtel mehr als 30 Jahre systematisch Einbände von Handschriften und Inkunabeln erfasst und durchgerieben. Es wurden sowohl ganze Einbände als auch Einzelstempel berücksichtigt. Dabei entstand ein umfangreicher Zettelkatalog, der nach Erscheinen des Werkes von Ilse Schunke Die Schwenke-Sammlung gotischer Stempel- und Einbanddurchreibungen (Berlin 1979-96) mit diesem verzahnt und terminologisch darauf ausgerichtet wurde. Heute besitzt die HAB eine Sammlung von rund 4800 Durchreibungen von Einzelstempeln. Hinzu kommen 2250 Gesamtdurchreibungen.

Bayerische Staatsbibliothek München
Sammlung München

Die BSB besitzt als größte deutsche Sammlung mittelalterlicher Handschriften und Inkunabeln sowie aufgrund ihres umfangreichen Bestands an Drucken des 16. Jahrhunderts eine reiche Sammlung von Bucheinbänden des 15. und 16. Jahrhunderts. Da ein großer Anteil der Altbestände infolge der Säkularisation altbayerischer und schwäbischer Klöster in die Bibliothek kam, entstanden die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Einbände überwiegend in Buchbinderwerkstätten dieser Region. Unter Ferdinand Geldner (1902-1989) wurde eine umfangreiche Sammlung von etwa 4150 Blättern mit über 7600 Durchreibungen von Leitstempeln spätgotischer Einbände sowie von zahlreichen weiteren Durchreibungen oft ganzer Einbände aufgebaut, darunter etwa 4000 Blätter mit Durchreibungen von spätgotischen und etwa 2800 mit Durchreibungen von Renaissance-Einbänden. Die Sammlungen sind bisher nur in internen Karteien rudimentär erschlossen.

Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Sammlung Schunke

Die SBB-PK verfügt neben einem breiten Fundus an Originaleinbänden unterschiedlichster Epochen auch über große Durchreibungssammlungen von Bucheinbänden. Von besonderer Bedeutung ist die von Ilse Schunke aufgebaute Sammlung, die ca. 13.400 Durchreibungen enthält, die überwiegend nach regionalen Gesichtspunkten geordnet sind. Anders als die auf ein bestimmtes Gebiet bezogenen Sammlungen in Stuttgart und Wolfenbüttel ist die Schunke-Sammlung geradezu global angelegt: fast das gesamte Spektrum europäischer Einbandkunst ist vertreten, wobei der inhaltliche Schwerpunkt auf dem deutschen, mit Rollen und Platten dekorierten Renaissance-Einband liegt. Besonders umfassend dokumentiert sind außer den Einbänden der Palatina die Dresdner Bestände sowie der mittel- und ostdeutsche Raum. Auch zu wichtigen Buchbindern, Stechern und Sammlern liegen eigene Mappen vor.

Sammlung Paul Schwenke
Zu den wichtigen Sammlungen, die in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt werden, gehört auch die von Paul Schwenke (1853-1921) bereits am Ende des 19. Jahrhunderts in Königsberg begonnene und in seiner Berliner Zeit bis zu seinem Tode fortgeführte Sammlung von Durchreibungen spätgotischer Bucheinbände. Heute wird die Schwenke-Sammlung im Magazin der Handschriftenabteilung, Referat Inkunabeln der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt. Sie umfasst rund 4440 Durchreibungen (Blatt) mit ca. 7500 Werkzeugen, darunter überwiegend Stempel, nur wenige Rollen und Platten. Die Sammlung ist durch den gedruckten "Schwenke-Schunke" (Die Schwenke-Sammlung gotischer Stempel- und Einbanddurchreibungen, 2 Bde, Berlin 1979-96) in Ansätzen erschlossen. Das von Schwenke geplante und von Ilse Schunke und Konrad von Rabenau bearbeitete Druckwerk weist aus heutiger Sicht zahlreiche dublette Stempel, Fehlzuschreibungen von Werkzeugen und fehlerhafte wie fragliche Lokalisierungen von Werkstätten auf, die bei der Erfassung in der Einbanddatenbank unter Hinzuziehung der Forschungsliteratur eine eingehende Überprüfung erfahren.

Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
Sammlung Darmstadt

In der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (bis 2003 Hessische Landes- und Hochschulbibliothek) sind aufgrund der dortigen Tradition der Handschriftenkatalogisierung unter der Leitung von Hermann Knaus (Abteilungsleiter von 1947-1966) und Kurt Hans Staub (Abteilungsleiter von 1967-1998) seit über 40 Jahren Einbanddurchreibungen angefertigt worden. Entstanden sind daraus Karteien der Werkzeuge, geordnet nach Belegeinbänden, Provenienzen und Motiven. Die Motivterminologie orientiert sich an Schwenke-Schunke, enthält jedoch auch abweichende, individuelle Bezeichnungen. Der Gesamtbestand umfasst ca. 10.000 Durchreibungen von Einzelwerkzeugen, wobei der Schwerpunkt auf den spätgotischen Einbänden liegt. Von dem Buchbestand des 17. Jahrhunderts ist eine beachtliche Menge an Werkzeugen noch nicht durchgerieben. Innerhalb der Sammlung Darmstadt sind sowohl Durchreibungen von Einzelstempel als auch Rollen und Platten vorhanden, wobei die Einzelstempel den überwiegenden Anteil ausmachen. Die Provenienzen bilden im Wesentlichen die Bestandsgeschichte der ehemaligen Hessen-Darmstädtischen Hofbibliothek ab, deren Zuwächse aus der Säkularisation aus südhessischem und westfälischem Klosterbesitz durch die Kölner Sammlung Hüpsch ergänzt wurden.

Universitätsbibliothek Rostock
Sammlung Floerke

Im Besitz der Universitätsbibliothek Rostock befindet sich der wissenschaftliche Nachlass von Anna Marie Floerke. Dieser enthält neben Korrespondenzen und Notizen zur Buch- und Bibliotheksgeschichte eine Sammlung von etwa 1.000 Durchreibungen mecklenburgischer Bucheinbände des 16. Jahrhunderts.

Hauptsächlich handelt es sich dabei um Bestände der Universitätsbibliothek Rostock und der Mecklenburgischen Landesbibliothek Schwerin sowie einige Einbände aus kleineren mecklenburgischen Stadt- und Schulbibliotheken. Anna Marie Floerke erfasste die Einbände systematisch, wobei sie sich an der Methodik von Ilse Schunke und Konrad Haebler orientierte und die Durchreibungen nach Motiven, Buchbindern und Fundorten zusammenstellte. Die Ergebnisse Ihrer Forschungen hat Anna Marie Floerke in zwei Aufsätzen veröffentlicht.


Letzte Änderung: 08.07.2009 fd

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