DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft Württembergische Landesbibliothek Bayrische Staatsbibliothek Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Staatsbibliothek zu Berlin Universtitätsbibliothek Rostock Universiteitsbibliothek Nijmegen Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
Home | Recherche | Projekt | Sammlungen | Terminologie | Kontakt | Hilfe | Schnellsuche: 


Sammlung München

Die Bayerische Staatsbibliothek besitzt als größte deutsche Sammlung mittelalterlicher Handschriften und Inkunabeln sowie aufgrund ihres umfangreichen Bestands an Drucken des 16. Jahrhunderts eine reiche Sammlung von Bucheinbänden des 15. und 16. Jahrhunderts. Da ein hoher Anteil der Altbestände infolge der Säkularisation altbayerischer und schwäbischer Klöster in die Bibliothek kam, entstanden die spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Einbände überwiegend in Buchbinderwerkstätten dieser Region.

Die umfangreiche Sammlung von Einbanddurchreibungen wurde vor allem unter dem Buchhistoriker und Einbandkundler Ferdinand Geldner (1902-1989), dem Leiter der Inkunabelsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek, aufgebaut. Mit Ausnahme der Kriegsjahre und einiger Jahre an der Staatlichen Bibliothek Bamberg (1946-1951) verbrachte er sein ganzes Berufsleben in München und widmete sich dort vor allem der Inkunabel- und Einbandsammlung.

Zu den Standardwerken, die er in dieser Zeit und noch während seines Ruhestands vorlegte, gehören:
Bamberger und Nürnberger Lederschnittbände. Festgabe der Bayerischen Staatsbibliothek für Karl Schottenloher. München: Zink, 1953.
Bucheinbände aus elf Jahrhunderten. Bayerische Staatsbibliothek 1558 -1958. München: Bruckmann, 1958. Die Buchdruckerkunst im alten Bamberg 1458/59 bis 1519. Bamberg: Meisenbach, 1964.
Die deutschen Inkunabeldrucker. Ein Handbuch der deutschen Buchdrucker des XV. Jahrhunderts nach Druckorten. 2 Bde. Stuttgart: Hiersemann, 1968-1970.
Inkunabelkunde. Eine Einführung in die Welt des frühesten Buchdrucks. Wiesbaden: Reichert, 1978 (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 5).

Über seine weiteren Publikationen und Lebensstationen informieren:
Irmgard Hofmann, Verzeichnis der Veröffentlichungen Ferdinand Geldners, 1930-1976/77. In: Bibliotheksforum Bayern 4 (1976), S. 253-275.
Fridolin Dressler, Dr. Ferdinand Geldner †. In: Bibliotheksforum Bayern 17 (1989),3, S. 365 - 367.
Hans-Joachim Koppitz, Nachruf auf Ferdinand Geldner (1902-1989). In: Gutenberg-Jahrbuch (1990), S. 380-381.

Im Zuge der Katalogisierung der Inkunabeln der Bayerischen Staatsbibliothek wurde die Sammlung kontinuierlich erweitert. Sie umfaßt heute etwa 4150 Blätter mit über 7600 Durchreibungen von (für bestimmte Werkstätten charakteristischen) Leitstempeln spätgotischer Einbände sowie zahlreiche weitere Durchreibungen oft ganzer Einbände, darunter etwa 4000 Blätter mit Durchreibungen von spätgotischen und etwa 2800 mit Durchreibungen von Renaissance-Einbänden. Die Sammlungen sind bereits grob nach Werkstätten oder Motiven geordnet und in internen Karteien rudimentär erschlossen. In der ersten Projektphase sollen die Leitstempelkartei sowie die zugehörigen Informationen zu Buchbinderwerkstätten, Trägerbänden, ihren Inhalten und Vorbesitzern in die Datenbank eingearbeitet werden.

Mit den Projekten in Berlin, Stuttgart und Wolfenbüttel bestehen allenfalls geringe Überschneidungen im Bereich des süddeutschen spätgotischen Einbands, da Ernst Kyriss mit Ausnahme eines kurzen Aufenthalts im Jahre 1938 keine planmäßige Erfassung der Einbände der Staatsbibliothek München durchführen konnte.


Letzte Änderung: 16.10.2008 fd

 Seitenanfang
  Design von 3-point concepts Gmbh 2002